Sind Frauen die besseren Klimapionierinnen?

Wie bringen Frauen in Führungspositionen die ökologische Transformation in Land-, Energie-, Transport- und Finanzwirtschaft voran? Diese vier Sektoren haben einen maßgeblichen Anteil am Klimawandel, daher ist die Energiewende und eine ökologische Transformation in diesen Bereichen von besonderer Bedeutung. Wir nehmen diese Sektoren unter die Lupe und wollen wissen, wie und wo Frauen vertreten sind, und ob Frauen in Schlüsselpositionen die ökologische Transformation stärker vorantreiben.

Eine Onlinetagung in Kooperation mit Business and Professional Women Stuttgart und der GLS Bank.
VERSCHOBEN vom 16. Juli 2021 auf Herbst 2021.

Vier Frauen bei der Arbeit

Die Veranstaltung ist Teil des Projektes "Wirtschaften mit Zukunft. Ökologisch, demokratisch, sozial" des Heinrich Böll Stiftungsverbundes.

Die Online-Tagung findet im Zoom-Meetingformat statt.


Programm

14:30 Uhr: Check-in

14:45 Uhr: Veranstaltungsbeginn

Begrüßung: Annette Goerlich (Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg), Doris Behrens (Business and Professional Women Stuttgart), Wilfried Münch (GLS Bank)


Frauen. Macht. Klima. Warum wir eine geschlechtergerechte Klimapolitik brauchen

Einführungsvortrag von Ulrike Röhr

Was ist die Geschlechterdimension in der Klima- und Umweltpolitik? Wie sind Frauen betroffen und wo sind sie in Entscheidungspositionen vertreten? Machen Frauen in Führungspositionen in Politik und Wirtschaft einen Unterschied? Immerhin haben Frauen auf UN-Ebene einiges angestoßen – und eine junge Frau hat mit Fridays for Future Bewegung in festgefahrene Prozesse gebracht. Was braucht es für die nötige ökologische Transformation?

Bild einer Frau

Ulrike Röhr ist Bauingenieurin und Soziologin, arbeitet seit vielen Jahren auf nationaler und internationaler Ebene zu den Genderaspekten der Umwelt- und Klimapolitik. Sie hat genanet, die Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit aufgebaut und das internationale Netzwerk GenderCC – Women for Climate Justice mit ins Leben gerufen. Ihr aktueller Arbeitsschwerpunkt liegt bei einer geschlechtergerechten nationalen Klimapolitik.

Anschließend Austausch in Breakout Sessions


16:00 Uhr Einführung in die Foren

16:30 Uhr Beginn Foren


Forum 1: Transport und Logistik – eine Branche im Umbruch

Transport und Logistik haben einen maßgeblichen Einfluss auf Klima und Umwelt. Der Verkehrssektor hat 2019 163 Millionen Tonnen Treibhausgase emittiert, davon hatte allein der Straßengüterverkehr einen Anteil von ca. 35 Prozent und der Verkehr auf der Schiene lediglich 0,5 Prozent (Klimaschutzbericht der Bundesregierung, 2020). Die Logistik allein ist der drittgrößte Wirtschaftsbereich in Deutschland mit über 2,8 Mio. Beschäftigten und gut 228 Mrd. Euro Jahresumsatz.
Eines der größten Logistikunternehmen Deutschlands ist die Deutsche Bahn. Mit ihrer Strategie "Einziganders" schreibt sie sich Vielfaltsförderung auf die Fahnen. Trotzdem liegt der Frauenanteil bei unter 25 Prozent, in Führungspositionen sind es sogar nur rund 20 Prozent. Eine der Frauen ist DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta. Sie will den Güterverkehr trotz hoher Verluste stärken, denn für einen ernsthaften Klimaschutz führt am Schienengüterverkehr kein Weg vorbei. Kann so 2021, im europäischen Jahr der Schiene, ein Umbruch der Mobilität für Güter und Personen eingeleitet werden?

Profilfoto von Julia Hansch

Prof.in Dr.in Julia Hansch ist Professorin und Studiengangsleiterin für ABWL – Spedition, Transport und Logistik und stellv. Gleichstellungsbeauftragte an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim.

Forum 2: Landwirtschaft: Technisiert, rationalisiert, maximiert. Bringen Frauen die Agrarwende voran?

Landwirtschaft spielt eine entscheidende Rolle für Klima- und Umwelt. Abholzung, Bodenerosion, Übersäuerung und Trinkwasserbelastung sind globale Probleme. Gleichzeitig trifft der Klimawandel die Landwirtschaft unmittelbar, beispielsweise durch den Verlust von Ackerland oder die Veränderung der Anbauperioden. Bietet die aktuelle Reform der Europäischen Agrarpolitik Chancen für einen Richtungswechsel? In Deutschland sind nur ca. 10 Prozent der Betriebsleiter*innen in der Landwirtschaft Frauen. Welche Rolle spielen sie für die Agrarwende?
In diesem Forum wollen wir uns die bäuerliche Landwirtschaft und Biolandbau genauer anschauen. Welche Rolle spielt dort die Geschlechterverteilung und welche Stellschrauben gibt es für eine ökologische Transformation?

Profilfoto von Tanja Holzschuh

Tanja Holzschuh betreibt seit 30 Jahren den Biohof Holzschuh, heute als Betriebsleiterin. Sie studierte Agrarwirtschaft und engagiert sich im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

Forum 3: Die Energiewende wird nur weiblicher erfolgreich sein!

Der Energiesektor zählt mit seinem hohen Anteil am CO2-Ausstoß - rund 40 Prozent -  neben Industrie und Verkehr zu den großen Treibern des Klimawandels. Der sehr technik- und somit männer-dominierte Sektor hat einen Frauenanteil von 22 Prozent im konventionellen Bereich und immerhin 32 Prozent im Bereich der erneuerbaren Energien. Mit steigendem hierarchischem Niveau sinken diese Zahlen auf unter 10 Prozent! Woran liegt das?
In diesem Forum möchten wir uns mit Möglichkeiten der Beteiligung weiblicher Arbeitskräfte in diesem Sektor befassen und Chancen durch weibliche Change Agents für den Sektor und in der Energiewende als Zukunftsvision gegen den Klimawandel beleuchten.

Profilfoto von Barbara Fischer-Aupperle

Barbara Fischer-Aupperle ist Mentorin und Coachin für Frauen. Sie hat seit über 33 Jahren im internationalen Umfeld der Wasserkraft bei Voith hohe Expertise in den Themen Nachhaltigkeit und erneuerbaren Energien. Darüber hinaus ist sie Mitbegründerin eines weltweiten Frauen-Netzwerks für die Energiewende (GWNET-Global Women's Network for the Energy Transition).

Forum 4: Mehr Frauen im Finanzmarkt - Ein Schlüssel für die notwendige soziale und ökologische Transformation?

Die Finanzwirtschaft hat eine herausragende Bedeutung in der Begrenzung der Erderhitzung. Die EU hat berechnet, dass in den nächsten 10 Jahren 180 Mrd. EUR jährlich zusätzlich an Investitionskapital benötigt werden, um die Energie- und Klimaziele des Pariser Weltklimavertrages bis 2030 zu erreichen. Einen großen Teil des Kapitals sollen private Kapitalgeber, also bspw. Banken, Pensionskassen, Versicherungsgesellschaften, Vermögensverwalter etc. zur Verfügung stellen. Hier wird entschieden, welche Unternehmen/Projekte/Innovationen finanziert werden.
Aktuell liegt der Frauenanteil im Vorstand großer deutscher Banken bei 10,5 Prozent. Bei den Sparkassen kommen 55 Frauen auf 866 Männer - 6,4 Prozent. Bei den Genossenschaftlichen Instituten liegt das Verhältnis bei 88 zu 1905 - 4,6 Prozent. Hat das Auswirkungen auf die strategische Ausrichtung von Banken und am Ende auf Finanzierungsentscheidungen?
In diesem Forum wollen wir uns der Finanzwirtschaft als wichtigen Akteur in der Bekämpfung der Klimaerwärmung widmen. Wir wollen darüber sprechen, wie es um die Frauen in der Finanzwirtschaft bestellt ist und welche Gestaltungsmacht bei den Anlegerinnen liegt. Und, wir wollen gemeinsam ein Bild entwickeln, welches Entfaltungspotenzial es für die Gestaltungskraft der Frauen mit Blick auf die Finanzwirtschaft gibt.

Profilfoto von Angelika Stahl

Angelika Stahl, Leitung Vermögensmanagement und Stiftungsbetreuung bei der GLS Bank. Seit 2010 bei der GLS Bank eG und seitdem überzeugte Nachhaltigkeits-Bankerin. Seit 2009 Dozentin an der DHBW Baden-Württemberg - Fachrichtung Bank unter der Überschrift "Meine Bank, der Baum und ich".


17:30 Uhr Pause

18:00 Uhr Abschlussdiskussion

Frauen als Klimapionierinnen stärken. Welchen Rahmen setzt die Politik?

im Gespräch mit den Inputgeberinnen der Foren, Prof.in Dr.in Julia Hansch, Tanja Holzschuh, Barbara Fischer-Aupperle und Angelika Stahl und schließender Diskussion.

Zu Gast: Anna Deparnay-Grunenberg

Moderation: Ulrike Röhr

Was braucht es, damit Frauen (in Führungspositionen) die ökologische Transformation in Land-, Energie-, Transport- und Finanzwirtschaft voranbringen können?

Profilbild von Anna Deparnay-Grunenberg

 

Anna Deparnay-Grunenberg ist seit 2019 grüne Abgeordnete des Europäischen Parlaments; sie ist Mitglied des Ausschusses für Verkehr und Tourismus und stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung; sie studierte Forst- und Umweltwissenschaften.

19:30 Uhr Ende der Veranstaltung


Für weitere Informationen zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an Roxane Kilchling, Bildungsreferentin Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg. Tel.: +49 170 760 6868.


Wir weisen darauf hin, dass die Online-Veranstaltung im Programm Zoom stattfindet. Für die Teilnahme benötigen Sie je nach Veranstaltung (mit Beteiligung des Publikums) optional eine Kamera und/oder ein Mikrofon.

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